In automatisierten Produktionsanlagen müssen Werkstücke, Werkzeuge und Sensoren häufig mit hoher Genauigkeit auf einer definierten Achse bewegt werden. Genau hier kommen motorisierte Lineartische ins Spiel. Sie verbinden eine mechanische Führung mit einem elektrischen Antrieb und ermöglichen dadurch kontrollierte lineare Bewegungen, ohne dass für jede Position ein eigener mechanischer Anschlag erforderlich ist.
Ein typischer Lineartisch besteht aus einer stabilen Grundplatte, einer beweglichen Plattform, einer Linearführung und einem Antrieb. Je nach Bauart übernimmt ein Schrittmotor, Servomotor oder ein anderer elektrischer Antrieb die Bewegung. Für die Kraftübertragung kommen beispielsweise Kugelgewindetriebe, Trapezgewindespindeln oder Zahnriemen zum Einsatz. Welche Variante sinnvoll ist, hängt weniger von der maximalen Geschwindigkeit allein ab. Entscheidend sind auch Last, Verfahrweg, Wiederholgenauigkeit und die gewünschte Betriebsdauer.
In der industriellen Automatisierung werden motorisierte Lineartische unter anderem für Positionieraufgaben, Prüfstationen, Montageanlagen und Pick-and-Place-Systeme eingesetzt. Ein Werkstück kann beispielsweise zunächst unter einem Sensor positioniert und anschließend mit einer Genauigkeit von wenigen Mikrometern weiterbewegt werden. Bei mehreren Achsen lassen sich daraus kompakte Mehrachssysteme aufbauen, die deutlich flexibler arbeiten als rein pneumatische Lösungen.
Besonders interessant ist die Kombination mit einem Schrittmotor. Bei überschaubaren Lasten kann ein solcher Antrieb eine präzise und vergleichsweise kostengünstige Positionierung ermöglichen. Für dynamische Anwendungen mit wechselnden Lasten oder hohen Anforderungen an die Regelung sind Servomotoren dagegen oft die bessere Wahl. Ein Encoder liefert dabei Rückmeldung über die tatsächliche Position und ermöglicht eine kontinuierliche Korrektur von Abweichungen.
Auch die Steuerung spielt eine wichtige Rolle. Moderne Lineartische lassen sich über SPS, Motion Controller oder industrielle Kommunikationsschnittstellen in bestehende Anlagen integrieren. Parameter wie Geschwindigkeit, Beschleunigung, Zielposition und Verfahrprofil können dadurch an den jeweiligen Prozess angepasst werden. Bei wiederkehrenden Bewegungsabläufen lassen sich mehrere Positionen als Ablauf speichern und automatisch anfahren.



